Mit 4 Generationen durch die Nordheide – Rückblick auf eine genussvolle Vorkriegsausfahrt der Landesgruppe Niedersachsen
Am Wochenende des 23.-25. Mai 2025 stand alles im Zeichen klassischer Vorkriegsautomobile, kulinarischer Genüsse und geselliger Momente. Die 2024 zum ersten Mal durchgeführte Vorkriegsausfahrt fand an besagtem Wochenende zum zweiten Mal statt und wurde jetzt von Schnauferlbruder Arnd-Dierk Müller mit viel Liebe zum Detail ausgeplant und durchgeführt. Am Start waren u.a. ein Alvis Bj. 1931, ein Bentley 2 Doors Saloon Bj. 1934, ein Hansa Bj. 1923 und ein Daimler / Coventry Bj. 1926 mit einem 6 Zylinder Sleeve Valve Mortem System Knight auch Schiebermotor genannt.
Alle Teams erhielten ein umfangreiches Roadbook mit Fahranweisungen und Kartenausschnitten, und falls baujahrbedingt erforderlich auch mit alternativen Abkürzungsrouten. „Mein Fokus bei der Organisation lag darauf, ein unvergessliches Wochenende zu organisieren mit landschaftlich schönen und fahrtechnisch abwechslungsreichen Strecken, kombiniert mit viel Raum fürs Plaudern, Fachsimpeln und gemeinsam Spaß rund ums alte Blech zu ermöglichen“, so SB Arnd-Dierk Müller.
Die Ausfahrt begann nach einem kurzen Check-In im Hotel, am Freitagabend mit einem stimmungsvollen Abendessen in dem für die Region typischen Landgasthaus „Zur Eiche“ in Olsen, bei dem sich die Teilnehmer in entspannter Atmosphäre auf das gemeinsame Wochenende einstimmten. Erste Gespräche über Technik, Touren und Lieblingsmodelle machten schnell deutlich: Die Leidenschaft für diese Fahrzeuge verbindet.
Der Samstag war der große Ausfahrttag. Auch für allein angereiste Teilnehmer fand sich schnell eine Lösung: Spontan bildeten sich generationsübergreifende Fahrgemeinschaften, sodass niemand die Strecke allein zurücklegen musste – ein schönes Beispiel für die offene und herzliche Gemeinschaft unter Oldtimerfreunden. Nach einem reichhaltigen Frühstück startete die rund 170 Kilometer lange Tour bei noch leicht bedecktem Wetter, dass sich aber schnell zu bestem Sonnenschein hin änderte. Die Route führte durch eine Vielzahl kleiner Orten der Nordheide, vorbei an imposanten Herrenhäusern, gepflegten Anwesen und durch beeindruckende Alleen. Die abwechslungsreiche Streckenführung bot alles, was das Oldtimerherz begehrt: sanfte Kurven, schmale Landstraßen, weite Felder und charmante Ortsdurchfahrten – ein echtes Erlebnis für Fahrer und Beifahrer gleichermaßen.
Nach einer abwechslungsreichen ersten Etappe, gestartet in Hanstedt vorbei an Erika und Heidschnucken Ställen ging es quer durch den Naturschutzpark Lüneburger Heide. Besonders authentisch wurde es mit dem kurzen Straßenabschnitt zwischen Hof Sudermühlen und der Gemeinde Egestorf auf dem die Vorkriegsfahrzeuge auf für die damalige Zeit typischem Kopfsteinpflaster unterwegs waren. Ein ganz besonderes Erlebnis.
Der erste größere Halt war in Neunkirchen, wo die Gruppe bei einem kleinen, charmanten Italiener einkehrte. Unter freiem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein genossen die Teilnehmer mediterrane Spezialitäten – von verschiedenen Vorspeisen über frische Pasta bis hin zu knuspriger Pizza. Die geparkten Oldtimer vor dem Restaurant wurden schnell zum Publikumsmagneten: Zahlreiche Passanten blieben stehen, bestaunten die alten Schätzchen und machten Fotos.
Am Nachmittag führte die Route weiter zum Oldtimerhändler Steenbrook in Lübberstedt. Dort wartete nicht nur Kaffee mit klassischem Butterkuchen auf die Teilnehmer, sondern auch eine beeindruckende Ausstellung von klassischen Fahrzeugen aller Baujahre. In entspannter Atmosphäre konnten die Teilnehmer nicht nur ihre eigenen Fahrzeuge begutachten, sondern auch mit dem SB Sachse und seiner Frau fachsimplen sowie in den ausgestellten Modellen probesitzen und sich inspirieren lassen. Für viele war dieser Stopp ein echtes Highlight – eine perfekte Mischung aus Genuss, Technik und Nostalgie.
Ein besonderes Highlight war die Teilnahme der Familie Hiestermann mit vier Generationen: Von den Urgroßeltern SB Peter Hiestermann mit Frau über seine beiden Söhne SB Tim Histermann und SB Jan-Peter Hiestermann, ebenfalls Schnauferlbrüder der Landesgruppe Niedersachsen, sowie der Enkeltochter Marie-Sophie (Antrag zur Mitgliedschaft im ASC wurde bereits gestellt) mit Mann Felix bis hin zum jüngsten Familienmitglied, der Urenkelin Charlotte mit nunmehr neun Monaten. Stilecht und liebevoll wurde der Ford A von Tim Hiestermann um Kindersitz und Kinderkarre ergänzt und schon stand der Tour nichts mehr im Wege. Diese generationsübergreifende Begeisterung für klassische Fahrzeuge freute alle Mitfahrenden und ließ viele langjährige Clubmitglieder in Erinnerungen schweifen, wie es denn damals mit den eigenen Kindern im Oldtimer auf Achse so gewesen ist.
Den krönenden Abschluss des Tages bildete das gemeinsame Abendessen am Samstagabend im Hotel Seelhorn. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel trafen sich die Teilnehmer am Abend im Hotelrestraurant erneut. In geselliger Runde ließ man den Tag und die Strecke Revue passieren, tauschte Eindrücke aus und genoss anschließend ein zur Jahreszeit passendes Spargelessen, das den Tag kulinarisch abrundete.
SB Arnd-Dierk Müller freute sich verkünden zu können, dass es auch im kommenden Jahr 2026 wieder eine Vorkriegsausfahrt geplant ist, die von der „ASC Familie“ Richter voraussichtlich im Harz ausgerichtet werden wird.
Angedacht ist, auch Mitglieder anderer Landesgruppen mit Vorkriegsfahrzeugen zu begrüßen.
Am Sonntagmorgen hieß es dann Abschied nehmen. Nach einem gemeinsamen Frühstück traten die Teilnehmer die Heimreise an – mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck und dem festen Vorsatz im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.